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    Das mehrtägige Non-Stop-Radrennen der Schweiz

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    Über rund 1‘000 km und 14‘500 Höhenmeter

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    Tag und Nacht über 2 Tage auf 2 Rädern

Rennbericht Tor Tour 2015
geschrieben von Daniela Güdel

Nach 39:24:53 war es soweit, und wir haben die Ziellinie überfahren!!! Überglücklich, erleichtert, müde und zufrieden, so fühlte es sich in diesem Augenblick an.

Doch nun von vorne. Am Mittwoch 12.08.15 hiess es mittags das Auto beladen. Kisten mit Kleider, Kisten mit Essen, 2Velo, Werkzeug, Mineralflaschen sind nur einige Dinge, die wir darin verstaut haben. Haben wir alles? Nochmals kurz alles durchgehen.. Ja, wir haben alles.. und so sind Michel, Christoph und ich nach dem Mittag losgefahren Richtung Schaffhausen. Angekommen haben wir das Hotel bezogen. Ein weiteres Mal sind wir im CROSSBOX direkt beim Bahnhof untergekommen. Etwas später kamen dann Osi, Kiwi und Andreas nach. Das Nachtessen genossen wir beim Italiener direkt Eingangs vom „Stedtli“. Und das Glace danach durfte natürlich auch nicht fehlen.. Schon bald waren wir jedoch im Bett. Die nächsten Nächte werden kurz und somit ist jede Stunde schlaf sehr wertvoll!

Donnerstagmorgen hatten wir diverse Termine: Als erstes mussten wir zum Check-In. Da haben wir alle Unterlagen zum Rennen, Infos und Kleber für das Auto bekommen. Kiwi und Ich wurden da gleich schon direkt vom Media Team angesprochen und so hatten wir auch schon unser erstes Interview. Der Rest vom Team hat die Autos mit den abgegebenen Kleber versehen. Start.Nr., Tortour, „Atention Beicycle Ahead“ …

Später beim Briefing wurden uns noch einige Infos weitergegeben. Kleine Streckenänderungen, Hinweise zu einzelnen Wechselzonen, es wurde nochmals auf die Penaltys aufmerksam gemacht und am Schluss hiess es VIEL GLÜCK an Alle!

Anschliessend sind Kiwi und ich mit den Velos zurück ins Hotel gefahren. Die restlichen Team Mitglieder kamen heute Nachmittag mit dem Zug nach Schaffhausen. Kiwi und ich haben Sie beim Hotel in Empfang genommen. Sie haben sich im Hotel kurz eingerichtet, bevor sie sich zu dem anderen Richtung Rheinfall aufmachten. Kiwi und ich haben uns nach einer kleinen Stärkung umgezogen und haben uns auch auf den Weg Richtung Rheinfall gemacht. Der Prolog stand an.. 1km am Rheinfallbecken entlang mit einer kleiner Steigung von ca. 18%! Wir haben uns eingefahren und haben danach am Start vom Prolog noch ein wenig dem renngeschehen zugeschaut. Welches sind wohl unsere Gegner? Wie stark sind sie? Es hat sehr viele Teams. 4er, 2er, Solofahrer, welche die die Challenge fahren und andere, welche sich auch für die grosse Runde, die Tortour entschieden haben. Nr. 251! Rief es, und somit konnten wir uns an den Start vom Prolog begeben. Es gab natürlich noch ein Erinnerungsfoto „Vor“ der Tortour.. bei Sonnenschein und mit wunderbarem Hintergrund dem Rheinfall. Mit einem anderen Team zusammen starteten wir zum Prolog.. 3, 2, 1 „PENG“ und wir fuhren so schnell als möglich die Strecke! An der Steigung standen viele Leute die uns Zuriefen: HOPP HOPP HOPP! Auch unser Team stand an der Strecke und hat und eisern angefeuert.. Inkl. Kuhglocke.. Puhhh, die Steigung hatte es in sich. Doch geschafft. Somit wurde unsere Startzeit am Freitagmorgen festgelegt. Wir hatte den 3 schnellsten Durchschnitt und somit die Startzeit um 03:06:00.

Zufrieden radelten wir zurück ins Hotel und wir gingen alle zusammen Nachtessen. Der feine Italiener von gestern hatte es uns angetan und somit waren wir auch heute wieder bei ihm. Auch heute durfte das Glace danach nicht fehlen.

Bereits um acht lag ich schon im Bett. Ich genoss die Ruhe vor dem Sturm.. Apropos Sturm, draussen fing es an zu winden und dunkle Wolken zogen auf. Es donnerte und blitze!! REGEN! Hoffentlich ist es dann beim Start trocken! Unsere Helfer sind nochmals die einzelnen Strecken durchgegangen und haben noch letzte Rennstrategien besprochen. Um 01:15 klingelte mein Handy. Die Nacht war kurz. Doch ich habe den Umständen entsprechen gut geschlafen. Ich frühstückte mein Müesli und versuchte, meine aufkommende Nervosität in Zaum zu halten. Ein Blick aus dem Fenster.. Jep, es ist trocken!! Zum Glück. Jetzt war auch der Rest von unserem Team wach. Zähneputzen, letzte Kisten im Auto verstauen, Velo verstauen, Leuchtwesten anziehen, Veloschuhe, letzte Kontrolle vom Licht.. Jetzt kann’s endlich losgehen.

Wir fuhren hoch zur IWC Halle, wo wir unseren Start hatten. Mitten im Wohn-Quartier haben wir unsere Fahrräder ausgeladen, Licht eingeschaltet, nochmals kontrolliert, ob wir alles haben und haben uns gegenseitig nochmals alles Gute gewünscht. Dann fuhren Kiwi und ich Richtung Start…

In der Halle konnten wir dann auch nach kurzer Zeit uns gleich einreihen, noch ein Interview kurz und dann ging‘s hoch auf die Bühne.. Die Nervosität stieg nochmals beachtlich an. Dann hiess es gute Fahrt und wir konnten die Halle verlassen denn der eigentliche Start ist draussen.. Noch 30sec… Wie geht’s Euch? Fragte es.. Uns geht’s Tiptop.. noch 10sec.. die Spannung steigt.. 3, 2, 1.. und dann sind wir endlich gestartet! Wir fuhren zusammen in die Nacht hinaus. Die erste Teilstrecke können Kiwi und ich zusammen fahren. Auch die Strecke ist ausgeschildert. Auf der ersten Teilstrecke haben wir, resp. dürfen wir kein Begleitfahrzeug haben. Wir sind also alleine unterwegs. Also ohne unsere Helfer, denn sonst sind ja da noch unsere Gegner unterwegs. Wir werden auch überholt und auch wir holen Teams ein. Nach ca. 50min sind wir dann bereits in der ersten Wechselzone. Kiwi kann anhalten und ins Auto steigen, während ich gleich die 2. Strecke in Angriff nehme. Das Wetter ist immer noch trocken. Zum Glück!

Meine 2.Strecke war schon sehr anspruchsvoll. Rauf runter, links, rechts. Man muss wach sein um nicht eine Richtungsänderung zu verpassten. Jetzt habe ich auch mein Begleitfahrzeug mit dabei. Sie stehen immer wieder irgendwo am Strassenrand und feuern mich an, fragen, ob ich was brauche.. Einfach toll! Da ich die Strecke im Vorfeld abgefahren bin, wusste ich immer ungefähr, wo ich bin und was mich noch erwartet.

Langsam wird es morgen, die Dämmerung setzt ein. Eine wunderschöne Stimmung macht sich breit! Und schon bald ist auch die 2. Wechsle Zone in Sicht. Jetzt kann auch ich mich im Auto mal kurz ausruhen und Verpflegen. Sandra meine gute Seele hat immer den Shake danach bereit und legt mir immer neue Kleider parat. Kiwi ist jetzt unterwegs nach Chur…

In Chur angekommen gab‘s noch einen warmen Tee.. Merci Michel..

Hm, doch was ziehe ich jetzt bloss an? Schwarze Gewitterwolken in meine Fahrtrichtung! Doch plötzlich reisst es auf und die Sonne schaut hervor.. Eine wunderschöne Tour erwartet mich. Ich kenne die Strecke bereits von vergangenen Jahren. Sie führt unter anderem durch eine sehr imposante Schlucht! Wunderschön. Kurz vor Disentis meinte es das Wetter dann nicht mehr gut mit mir. Es fing an zu regnen. Doch ich hatte zum glück nicht mehr weit bis zur nächsten Wechselzone. Jetzt ist wieder Kiwi gefordert.. eine Hammer Strecke über den Oberalp, Furka, und bis zum Grimsel Hospiz. Somit hatte ich etwas länger Pause. Wir habe das Auto an der Furka-Oberalp Bahn verladen, um so dem Verkehr über die Pässe aus dem Weg zu gehen. Angekommen bei Grimsel Hospiz hat es immer wieder geregnet. Auch kurz bevor ich starten sollte.. Doch beim Wechsel hat es aufgehört und somit hatte ich einigermassen trocken. Die Abfahrt war schnell vorbei und von Meiringen bis Interlaken hatte ich nur einmal Gegenwind. Kurz vor Interlaken dann der nächste Platz-Regen! Ich sah kaum noch die Strasse und wo ich überhaupt noch entlang fahren muss. Alles war vollkommen durchnässt und in den Schuhen sumpfte es. Ich unterschrieb, so dass Kiwi starten konnte. Ich habe mich schnell warm angezogen, um nicht noch mehr zu frieren. So gab‘s auch eine warme Bouillon und einen warmen Tee.

Schrecksekunden, Minuten! Das Begleitauto vom Kiwi springt nicht an!!! Oh nein, was ist wohl los? Anlasser, Zündung.. Es wurde versucht zu überbrücken doch es tat sich nichts. Michel hat dann einen guten Kollegen einer Autogarage angerufen und der 5min später zur Wechsel Zone und hat innerhalb weniger Minuten das Auto zu laufen gebracht! Wir waren alle erleichtert und so konnte es weitergehen. Nächster Halt: Bulle. Hier erwartete uns meine Mutter, Hans und auch meine Gotte Christel! Welche tolle Überraschung! Sie habe für uns alle Spaghetti gebracht. Mhhh.. eine willkommene Abwechslung zu Eiweiss Pulver und Riegeln. Doch schon bald war wieder Zeit um auf’s Velo zu wechseln. Ich verabschiedete mich von allen und fuhr los..

Irgendwie hatte ich in den ersten Kilometer das Gefühl, ich komme nicht vom Fleck! Ich glaube fast, die Spaghetti brauchen die ganze Energie für die Verdauung! Langsam wurde es auch wieder Nacht und der Anstieg auf den „col des mosses“ zog sich hin. Oben angekommen zog ich mich um, um dann bei der Abfahrt nicht zu frieren. In Aigle angekommen haben Kiwi und ich wieder eine gemeinsame Strecke nach Morges. Uns Begleitete nun das Auto von Kiwi. Mitten in der Nacht am Genfer See entlang hat also auch seine besonderes Seiten! Die Lichter am Seeufer entlang, das ich auch im Wasser wiederspiegelt, in Montreux hat es noch Leute die im Ausgang sind, Leute die uns zurufen und natürlich auch immer wieder unsere Helfer, die plötzlich wieder am Strassenrand stehen und uns anfeuern! Auch mit Kuhglocke! So war die Strecke schnell vorbei und ich hatte jetzt eine längere Ruhephase in Yverdon. Ich konnte auch fast 2h schlafen. Was mir sehr gut getan hat.

Morgens um halb fünf machte ich mich dann auf den Weg nach Le Locle. Dieser führte als erstes hoch nach St. Croix. Die Steigung verlief super! Doch der Rest der Strecke war alles andere als toll. Es war kühl, es nieselte andauernd und hat so ganz schön an der Motivation genagt! Immer einmal im Rennen hat man wohl so ein Tief, wo man sich fragt, was mache ich da bloss! Jetzt könnte ich es so schön warm haben zu Hause im Bett.. Doch Aufgeben war nie ein Gedanke. Weiter geht’s. In Le Locle angekommen, konnte ich dann Kiwi übergeben.

In Reconvilier habe ich mich wieder etwas gefangen und war wieder mehr motiviert! Kiwi hat unterzeichnet und ich startete.. Doch kurz nach dem Start hat mein Garmin den geist aufgegeben. Oh Schreck! Ich weiss nicht wo ich durchfahren muss! Ich informierte meine Helfer und die waren von der einen Minute auf die andere hell wach und mussten sich kurz organisieren wie sich mich lotsen wollen. Am Anfang der Strecke standen Sie an jeder Abzweigung wo es ein Richtungswechsel gab. Kurz vor Delemont hat mir Christoph angerufen und mich per Telefon informiert, wie ich die nächsten 9 Kreisel fahren muss. Ich dachte schon, puhh, das wird eine grosse Herausforderung. Doch es war nicht so schwierig wie es sich anfangs anhörte und so kam ich tiptop durch den Verkehr. Es hat auf der ganzen Strecke immer wieder Fotografen von der Tortour, die Fotos machen. Doch dieser eine Fotograf auf der Strecke nach Balsthal sah ich irgendwie immer wieder.. Ich fand es langsam etwas merkwürdig und versuchte, das Auto des Fotografen zu erkennen. Ich hatte plötzlich ein Gedanke, wer es sein könnte, doch ich war mir nicht sicher. Ich habe das Auto gesehen und habe dann eins und eins zusammengezählt. Und siehe da, es hat sich Bestätigt. Mein Arbeitskollegen Markus Mathyer hat uns begleitet und uns fotografiert! Super Fotos hat er dann unserem Filmteam abgegeben. Merci Markus. Apropos Filmteam, auch unser Filmteam war immer wieder auf der Strecke zu sehen. Mal am Strassenrand machten Sie Fotos und filmten uns beim Vorbeifahren. Oder filmten uns auch während dem fahren.. Sie feuerten uns auch immer an und es machte ihnen riesen Spass, uns zu begleiten. Ich freute mich riesig auf die Wechselzone in Balsthal. Da wartete Michel mit einem feinen Reissalat! Wieder mal etwas anderes zu essen! Einfach herrlich. Auch das restliche Team wurde von Fränzi mit Teigwaren verpflegt. Wir werden richtig verwöhnt! Einfach herrlich.. Merci an Michel und Fränzi!

Jetzt ist Kiwi auf seiner letzten Strecke, die er alleine fahren muss! Balsthal-Pratteln. Danach erwartete mich meine letzte Strecke die ich alleine fahren muss. Bereits meine letzte Strecke! Ich kann es kaum glauben. Die Zeit vergeht und eine Strecke um die andere ist vorbei. In Pratteln habe ich übernommen und fuhr noch meine letzten Kräfte aus. Ich hatte Rückenwind und konnte so eine tolle Geschwindigkeit hinlegen. Ein leichter Regen begleitete mich noch auf der Strecke. Doch es war mir sowas von egal, ich wusste das Ziel ist zum Greifen nah! So war ich schnell in Glattfelden und Kiwi und ich hatte noch eine gemeinsame Schlussetappe. Ich war froh, noch etwas im Windschatten fahren zu können. Meine Beine waren spürbar lehr. Auch diese Strecke war mir sehr bekannt. Ich kannte Sie noch fast auswendig! In Galttfelden haben uns Osi und Sandra noch verlassen! Beide gingen an diesem Abend noch ans Toten Hosen Konzert nach Zürich! Viel Spass euch beiden!

Das Orts Schild Schaffhausen war schon etwas ganz spezielles! Habens wir es wirklich geschafft? Jetzt geht’s noch etwas am Rhein entlang und dann ist es soweit. Das Kinepolis in Schaffhausen ist zum Greifen nah. Noch eine rechts Kurve, eine links Kurve und dann sahen wir das Ziel vor Augen! Hand in Hand haben wir die Ziellinie überfahren!! Jetzt fiel mir der sogenannte Stein vom Herzen! Wir haben es tatsächlich geschafft! Ich kann es noch kaum glauben. Meine Helfer und das Filmteam haben uns in Empfang genommen und gratulierte uns. Sie machten sich dann auf den Weg in die IWC Arena wo auch die Helfer von iwi bereits auf uns warteten. Wir wurden mit den Töffs bis zur Arena eskortiert. Stefan vom Filmteam konnte uns begleiten und fuhr mit seiner Kamera auf einem der Töffs mit. Bei der Arena mussten wir noch einen kleinen Moment draussen warten bis das Licht an der Ampel auf Grün wechselte und wird zu den „Toten Hosen: Ein Tag wie dieser!“ in die Arena auf die Bühne fahren konnten.. was für ein Gefühl und was für ein Empfang! Unsere Helfer und das Filmteam haben uns zugejubelt! Nach einigen Fragen wie wir es erlebt haben, wo unsere Hochs und Tiefs waren konnten wir dann die Bühne verlassen und mit dem ganzen Team noch Fotos machen. WOW, es ist so ein unglaubliches Gefühl das man fast nicht in Worte fassen kann!

Ein riesen Grosses Merci an alle, die uns in irgendeiner Art dabei unterstütz haben! Ihr seid grossartig und ohne Euch, hätten wir das nicht geschafft! Es grosses MERCI an Kiwi meinem Teampartner, der mit mir das Rennen gefahren ist!

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